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Bergische Landeszeitung
Artikel vom 4. März 2013 von Klaus Pehle
Bergisch Gladbach

Applaus für Aufenthaltserlaubnis
Er kokettiert mit seiner Herkunft. Mit den Vorurteilen gegenüber Türken und Arabern. Am Sonntagabend trat Özgür Cebe, der „in Bielefeld geborene Bonner mit türkisch-armenisch-kurdischen Wurzeln“, in der ausverkauften Theas auf.

Er kokettiert mit seiner Herkunft. Mit den Vorurteilen gegenüber Türken und Arabern. Am Sonntagabend trat Özgür Cebe, der „in Bielefeld geborene Bonner mit türkisch-armenisch-kurdischen Wurzeln“, in der ausverkauften Theas auf.

„Vielen Dank für ihren Applaus, das verlängert meine Aufenthaltsgenehmigung.“ Einer der Gags des Gewinners des Rösrather Kabarettpreises. Begonnen hatte das Programm allerdings auf Türkisch. Und da musste das Publikum auch ran. In waghalsigen Sprechübungen brachte Cebe den Gladbachern die umlaut- und konsonantenstarke Sprache bei.

Dadurch aufgelockert verbrachten die Besucher einen kurzweiligen, lachintensiven Abend in der Theas. Vielleicht waren es etwas viel Witze über Terror, Bombenbauer und Selbstmordattentäter. Aber schlecht waren sie nicht.

„Das kann ich so nicht stehen lassen“, ging der „bewegte Muselmann“ (so der Name des Programms) auch auf Sarrazin-Äußerungen ein. Dass die Türken in Deutschland ausschließlich im Obst- und Gemüsehandel Produktivität zeigen, nein, das akzeptiert Cebe nicht: „Er hat die Dönerbuden vergessen.“ Bemerkenswert ernst wird es auch. Ein Gedicht trägt Cebe vor, indem er den Frieden zwischen den drei großen Religionen beschwört.

Um dann gleich wieder komisch zu werden. Jürgen Drews größten Hit „Ein Bett im Kornfeld“ verlegt er nach Guantanamo und frei nach Reinhard Mey singt er, dass die „Freiheit unter der Burka“ wohl grenzenlos sei. Um die Hitparade komplett zu machen, gibt er auch noch Roland Kaisers „Santa Scharia“ zum Besten.

Dann mimt er noch seinen ehemaligen Englischlehrer aus Sachsen. „Ihr lacht, ich habe das Trauma“, erklärt er Richtung Publikum. „Den Sohn eines Esels“ habe ihn sein Vater oft nach Dummheiten strafend genannt. Dass sich der Vater dabei selbst verbal ins eigene Fleisch schnitt, ist seine logische Schlussfolgerung. Denn der Sohn eines Esels müsse ja einen Esel zum Vater haben. Da hilft auch kein 1000 Mark-Boss-Anzug. Als der Vater den Preis für den edlen Zweiteiler hört, folgert der: „Ein Esel mit einem goldenen Sattel bleibt ein Esel.“ Kurzweilig, hintergründig lustig, abwechslungsreich ist das Programm Cebes. Er selbst ein Bühnenprofi mit lockerer, aber straffer Vortragsart.


Kölner Stadtanzeiger
Artikel vom 11. Januar 2013 von Thomas Rauch
Rösrath

Unterhaltung und kritische Aussagen brachte Özgür Cebe beim Kabarettfestival des Kulturvereins Schloss Eulenbroich unter einen Hut und hatte so die Lacher des Publikums auf seiner Seite. Eine Neuauflage des Festivals ist angekündigt.

„Ich spiele mit Vorurteilen – weil ich welche hab“, erklärte Özgür Cebe beim Kabarettfestival des Kulturvereins Schloss Eulenbroich. Er knüpfte an seine Erfahrungen als „in Bielefeld geborener Bonner mit türkisch-armenisch-kurdischen Wurzeln“ an: Mit dem Hinweis, Letzteres bedeute „drei Feinde in einem Körper“ hatte er sogleich die Lacher auf seiner Seite. Auch die Religion war bei ihm für einige Gags gut: Der Streit zwischen ihm als Moslem und seiner katholischen Freundin gerate mitunter zum „Beziehungs-Dschihad“. Die Migranten-Klischees in vielen Köpfen nahm Cebe ebenso mit Komik aufs Korn – als Schauspieler bekomme er wegen seiner Hautfarbe stets die gleichen Rollen: „Alles, was dunkler ist als rosa, spielt den Gangster.“

Unterhaltung und kritische Aussage brachte Cebe unter einen Hut, nur hier und da wirkte sein Auftreten allzu pädagogisch. Mit einer Gesangsnummer, in der er einige Gassenhauer umtextete, machte er richtig Stimmung – ohne Tabus. Zu Reinhard Meys Song „Über den Wolken“ fand er den Refrain: „Unter der Burka muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.“ Insgesamt vier Künstler traten bei der Endrunde des Kabarettfestivals gegeneinander an – neben Cebe standen Nora Boeckler, Silvia Doberenz und Kai Spitzl auf der Bühne.

Nach zwei Stunden Programm hatten die rund 100 Zuschauer über die Künstler zu urteilen, sie vergaben die Plätze eins bis vier, der Durchschnitt ergab den Sieger: Özgür Cebe. Er setzte sich mit hauchdünnem Vorsprung gegen Kai Spitzl durch und erhielt den nach Preisgeber Jürgen Rembold benannten Rembold-Preis. Auf den Plätzen drei und vier folgten Silvia Doberenz und Nora Boeckler. Alle Künstler lagen in der Wertung nahe beieinander. Das spricht für das insgesamt hohe Niveau, das bei dem erstmals organisierten Festival überraschte.

Brandaktuell startete Kai Spitzl: „Gérard Depardieu ist jetzt ja Russe. Ich habe mich gefragt, ob Putin das nicht auch mit Claudia Roth machen könnte.“ Erstklassige Pointen zu Bettina und Christian Wulff folgten. Andere Gags waren etwas schwächer, obgleich geschliffen präsentiert. Dabei wirkte die Auswahl der Themen etwas beliebig, auch ein persönlicher Bezug wie bei Cebe fehlte.


Remscheider Generalanzeiger
Artikel vom 26. November 2012 von Dela Kirchner
Remscheid Kremenholl

Die fünf Kandidaten lieferten sich einen witzigen und wortgewaltigen Wettbewerb. Den Saal sofort auf seiner Seite hatte Özgur Cebe, der "bewegte Muselmann" oder auch selbsternannter Vertreter des "Homo mustafa mustafa". Mit Witz, Tiefgang und Selbstironie schlägt er Castingshows für Migranten vor, macht Verlierer zu Holländern und punktete mit Reimen wie "Wer fährt so spät entlang der Spree? - Es ist der Ali in seinem 3er-BMW." Spätestens bei seinem Einwanderungs-Schlager-Medley tobte das Publikum in der Tersteegenstraße.

Als sein härtester Konkurrenz um die Comedy-Krone entpuppte sich der Kulturbeauftragte des Abends, Klaus Renzel.
Am Ende hatte Özgur Cebe knapp die Nase vorn: Die Stimmen des Publikums (Gewichtung 2/3) und der Jury (Gewichtung 1/3) wurden unter Aufsicht des Rechtsanwaltes Lars Johann ausgezählt.

Gegen kurz vor 23 Uhr konnten Gaby Leitzbach und Helmut Sanftenschneider das rechtlich unanfechtbare Ergebnis verkünden: Oberbürgermeisterin Beate Wilding überreichte die Preise an die beiden Viertplatzierten Malte Pieper und Zauberer Karibo, den Drittplatzierten Chris Tall sowie Vize-Comedykönig Klaus Renzel und den strahlenden Gewinner Özgür Cebe.


Kölner Wochenspiegel
Artikel vom 6 . Dezember 2012 ´(Über den Kurzauftritt bei "Escht Kabarett") Der Autor ist mir leider unbekannt. Link
Köln Porz

So mancher hat es vielleicht schon geahnt. Abgerundet wurde der unterhaltsame Comedy-Abend durch Özgür Cebe. Der aus der Lindenstraße bekannte Schauspieler zeigte im Engelshof einmal mehr sein Talent als "Allround-Kabarettist mit armenischen Wurzeln".


Generalanzeiger
Artikel vom 12. Mai 2012 von Ulrike Strauch
Bonn

Ein türkisch-kurdischer Wahlrheinländer, der aus Goethes "Erlkönig" zitiert und das, was ihm zum Thema Integration einfällt, in Versform gießt. Das gelingt auf beeindruckende Weise, so dass man sicher noch von Cebe hören wird.



Express
Artikel vom 23. Februar 2012 von Tanja Heuser
Bonn

Der Bonner Özgür Cebe ist ein wahres Multitalent. Mit 20 Jahren hatte der Sohn türkisch-kurdischer Migranten seine ersten Schauspielrollen in Serien wie etwa in „Alarm für Cobra 11“, „Der Clown“ und der „Lindenstraße.“ Es folgten Auftritte in der Comedy-Show „Was guckst du?!“ mit Kaya Yanar.

„Aber mit der Schauspielerei kam ich auf keinen grünen Zweig und war verzweifelt. Da dachte ich mir: Wenn mich keiner will, mach ich mein eigenes Ding“, so Cebe.
Also begann der Bonner sein erstes Kabarettprogramm zu schreiben. „Ich habe Bill Mockridge, den ich aus der »Lindenstraße« kannte, gefragt, ob er sich mal mein Programm anschauen würde“, verrät Cebe.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Bill hat mir viele Tipps und Hilfestellungen gegeben. Ich habe ihm viel zu verdanken.“

Anschließend hat Cebe sein Programm auf kleineren Bühnen wie etwa bei „Wednesday Night Life“ in der „Pauke“ oder in Köln im Wohnzimmertheater getestet.
„Das ist eine tolle Möglichkeit für Anfänger.“ Und er nutzte sie: „Ich bin für den Prix Pantheon und für den Kabarettpreis »Das schwarze Schaf« nominiert,“ so Özgür Cebe stolz.



NWZ Online
Artikel vom 10. Februar 2012 von Christoph Floren
Vechta

„Shöw mit Ö!“ – Comedy mit Tiefgang
Unterhaltung Entwaffnende Offenheit – Ein Abend mit Özgür Cebe in der Aula der Universität Vechta

Ein Deutschtürke klärt von der Bühne aus auf. In seinen Gedanken zeigt er sich treffend ehrlich.

Vechta - Ethno-Pop, ein interaktiver Crashkurs „Türkisch für Deutsche“ und Comedy mit Hang zum Kabarett, Talent als Shakespeare-Rezitator, der Hamlet „live rüberbringt“: Das und noch viel mehr hat Özgür Cebe am Mittwochabend einem gut 250-köpfigen, sicherlich zu 95 Prozent studentischen Publikum mit dem Soloprogramm „Shöw mit Ö!“ präsentiert.

Vielseitigkeit überzeugt:
90 Minuten, unterbrochen nur von einer Erfrischungspause, die zweifellos eher die Besucher als der Entertainer brauchten, schlüpfte der aus Bielefeld gebürtige Gast in die verschiedensten Rollen. Ob als nahezu perfekt sächselnder Englischlehrer „I see black for you!“, mit seinem ganz persönlichen Casting-Format „Deutschland sucht den Supertürken“, als Kaufhausdetektiv, der von Erlebnissen mit dem Russlandaussiedler „Wladimir“ berichtet, als feinsinniger Dichter oder durch seine Verurteilung von jedweder Art von Fanatismus und Rassismus: Cebe nahm kein Blatt vor den Mund und bediente fast jedes Klischee.

Freiheit als Kabarettist:

So zog er gnadenlos über die große Politik, etwa die Auftritte des Alleinunterhalters Guido Westerwelle auf dem internationalen Parkett, her. Oder er warf ein kabarettistisches Auge auf die Zündstoffe, die ihm die Hochkultur der deutschen Schlagerszene bot: „Tausendmal berührt, und noch immer nicht explodiert“, so sein verbaler Seitenhieb auf den Sprengstoffgürtel eines fiktiven Terroristen.

Als bekennender Agnostiker ging der Entertainer auf Distanz zu religiösen Eiferern. Ganz gleich, ob sie versuchen, ihre Lehren unter der Fahne des Christen- oder des Judentums beziehungsweise des Islam zu vertreten. So sparte Cebe auch die Mullahs im Iran oder in Afghanistan nicht aus. Weil er einen muslimisch geprägten Hintergrund hat, durfte er sich auf der Bühne so äußern. Oder er nahm sich die kabarettistische Freiheit.

Am Rande der Vorstellung fiel Özgür Cebe nicht wirklich auf, schwarzes T-Shirt, Jeans, Sportschuhe. Vorab bat der ausgebildete Schauspieler lediglich um ein Glas Wasser: „Leitungswasser tut es auch.“ Nach dem Schlussapplaus hatte er Zeit für Erinnerungsfotos – wie selbstverständlich



Kölner Stadtanzeiger
Artikel vom 24. Oktober 2011
Duisburg

Özgür Cebe war Höhepunkt des Abends

Höhepunkt des Abends war zweifelsohne der Auftritt von Özgür Cebe: Der Schauspieler und Kabarettist stellte extreme Glaubensauslegungen ebenso bloß wie das „Kanakisch“, das von vielen jungen Leuten gesprochene Primitiv-Deutsch. „Ich darf das sagen, ich bin selber einer“, meinte er. Programm-Macher Bechmann war nach der Vorstellung zufrieden: „Das wird in Köln genauso gut funktionieren.“ Möglichst bald nach der geplanten Moschee-Fertigstellung im Mai 2012 soll „Kabarett am Minarett“ in der neuen Ehrenfelder Moschee stattfinden.



Rhein Erft Rundschau
Artikel vom 10. Dezember 2011 von Hanna Styrie
Frechen

Vorbei sind die Zeiten, als Özgür Cebe die Rolle des Gerichtsrats Walter in Heinrich von Kleists Gerichtsdrama "Der zerbrochene Krug" beim Harlekin-Theaterensemble verkörperte. Das war vor acht Jahren; mittlerweile ist der Mann mit den türkisch-armenisch-kudischen Wurzeln hauptberuflich erfolgreich als Schauspieler unterwegs und hat zudem eine Karriere als Comedian eingeschlagen.

Mit seinem Programm "Shöw mit Ö" konnte man ihn jetzt beim Kulturherbst Frechen an seiner früheren Wirkungsstätte erleben. Im Haus am Bahndamm hatten sich auch zahlreiche Landsleute eingefunden, die sich über die Türkenklischees und -vorurteile amüsierten, die Cebe genüsslich durch den Kakao zog.

Gute Laune verbreitete er gleich zu Beginn mit einem Crash-Kurs "Türkisch für Deutsche", bei dem er mit dem Publikum die gefürchteten Umlaute "Ö" und "Ü" übte, die einem erst über die Zunge gehen wollen , wenn man "den Döner in sich fühlt".

Özgür Cebe balanciert sicher auf dem absturzgefährdeten Grat zwischen deutscher und türkischer Kultur, wenn er etwa den "Erlkönig" umdichtet: "Wer fährt so spät entlang der Spree? Es ist der Ali im Dreier-BMW".

Mit viel Selbstironie und einem stellenweise ziemlich galligen Humor präsentiert er spaßig-ernste Nummern, nimmt das "Kanaken"-Deutsch aufs Korn und erntet reichlich Gelächter, wenn er Englisch mit sächsischem Akzent spricht.

Bestandteil des "Shöw"-Programms sind auch Songs und ein Schlagerpotpourri, das er mit eigenem Text versehen hat. Und wenn er dann trällert "Unter der Burka, da muss die Freiheit wohl grenzenlos sein", bleibt im Publikum kein Auge trocken. Ein bisschen unbehaglich wird es einem, wenn der Comedian seine Vision einer islamisierten Gesellschaft zum Besten gibt. Zwei amerikanische Großunternehmen haben sich dafür bereits gerüstet: "Mekka-Donald" und "Burka-King".

Locker und unverkrampft plaudert sich Cebe durch den Abend und lässt dabei eine Pointe auf die andere folgen. "In Deutschland vermisse ich die Kinderfreundlichkeit - Kinder sind hier nicht freundlich", heißt es an einer Stelle. Die originellen Wort- und Denkspiele seines Programms haben es in sich, hier überzeugt der 37-Jährige mit geistreichem Witz, während es einen bei dem Song "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus" leicht fröstelt. Wie beruhigend, dass niemand die Aufforderung zum Mitsingen annahm.

Derartige Spitzen sind Ausnahmen - "der Wolf im Türken" macht sich allenfalls durch das "Oberlippenfell" und machomäßige Anmachsprüche bemerkbar.



Remscheider Generalanzeiger
Artikel vom 11. April 2011
Remscheid

Neben den Neulingen hatten "alte Hasen" zwölf Minuten Zeit, einen Ausschnitt aus ihren Programmen zu zeigen. Zu den Highlights gehörte Özgür Cebe, das selbsternannte "Integrationsopfer". Er gab einen spritzigen Crashkurs zur Völkerverständigung und unterhielt mit "Türkisch für Deutsche". "Das gibt wieder Muskelkater im Zwerchfell", lautete das Fazit eines Besuchers.



Generalanzeiger
Artikel vom 12. November 2010
Bonn

"Shöw mit Ö" heißt das Programm, mit dem der Bonner Schauspieler und Comedian Özgür Cebe als Gastgeber brilliert.



Rheinische Post Mönchengladbach
Artikel vom 2. November 2010
Mönchengladbach

Und dann bekommen Publikum wie Comedians hinter den Kulissen ein Lehrstück, was einen guten von einem schlechten Comedian unterscheidet. Da ist zuerst Özgür Cebe, der einst eine aussichtsreiche Zukunft als verkrachte Existenz vor sich hatte. Dann machte er eine Schauspielausbildung und unterhält mit scharfer Beobachtungsgabe sein Publikum. Er spitzt menschliche Eigenheiten zu, schaut dabei aber auf seine Figuren nie herab. Ihm gebührt der erste große Applaus des Abends.